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Was ist diese Operation?
Die Antirefluxchirurgie ist die operative Behandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit (Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre). Das am häufigsten angewandte Verfahren ist die Fundoplikatio nach Nissen: Der obere Teil des Magens (Fundus) wird um das untere Ende der Speiseröhre gelegt, wodurch der Verschlussmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre verstärkt wird.
Auf diese Weise wird der Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre verringert. Während der Operation wird auch ein gegebenenfalls vorhandener Zwerchfellbruch (Hiatushernie) versorgt. Heute wird diese Operation meist laparoskopisch (minimal-invasiv) über einige kleine Schnitte im Bauchbereich durchgeführt.
Für wen kommt sie infrage?
Die meisten Refluxpatienten erfahren durch Änderungen der Lebensweise und medikamentöse Behandlung Linderung; nicht jeder Refluxpatient braucht eine Operation. Eine operative Behandlung kommt in der Regel in folgenden Situationen infrage:
- Patientinnen und Patienten, deren Beschwerden trotz regelmäßiger medikamentöser Behandlung anhalten
- Patientinnen und Patienten, denen Medikamente helfen, die aber keine Langzeitmedikation wünschen oder unter Nebenwirkungen der Medikamente leiden
- Patientinnen und Patienten mit einem großen Zwerchfellbruch (Hiatushernie)
- Patientinnen und Patienten, bei denen sich infolge des Refluxes Veränderungen der Speiseröhre wie eine Entzündung (Ösophagitis), eine Verengung oder ein Barrett-Ösophagus entwickelt haben
- Geeignete Patientinnen und Patienten mit refluxbedingten Symptomen wie chronischem Husten oder Heiserkeit
Vor der Entscheidung zur Operation werden in der Regel Untersuchungen wie eine Magenspiegelung (Endoskopie), eine Druckmessung der Speiseröhre (Manometrie) und eine Säuremessung (pH-Metrie) durchgeführt. Diese Tests bestätigen die Diagnose und helfen zugleich, die am besten geeignete Operationstechnik auszuwählen. Es ist wichtig, gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu beurteilen, ob eine Operation für Sie geeignet ist.
Wie wird die Operation durchgeführt?
Die Operation erfolgt in Vollnarkose und dauert in der Regel 1,5-3 Stunden. Beim laparoskopischen Verfahren werden über kleine Schnitte im Bauchbereich eine Kamera und chirurgische Instrumente eingeführt.
Zunächst wird ein gegebenenfalls vorhandener Zwerchfellbruch versorgt und der im Bauchraum gelegene Abschnitt der Speiseröhre freigelegt. Anschließend wird der obere Teil des Magens um das untere Ende der Speiseröhre gelegt. Beim Nissen-Verfahren ist diese Manschette vollständig (360 Grad); bei manchen Patientinnen und Patienten können Techniken mit teilweiser Umschlingung bevorzugt werden. Welche Technik angewandt wird, wird anhand der Testergebnisse der Patientin oder des Patienten entschieden.
Selten kann es aus Sicherheitsgründen notwendig sein, während der Operation auf ein offenes Verfahren umzusteigen. Diese Möglichkeit bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt vor der Operation mit Ihnen.
Risiken und mögliche Komplikationen
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff bestehen auch bei dieser Operation gewisse Risiken. Die meisten davon treten selten auf, und ein großer Teil ist behandelbar:
- Blutung, Wundinfektion und narkosebedingte Probleme
- Schluckbeschwerden (Dysphagie): Treten in den ersten Wochen aufgrund einer Schwellung (Ödem) im Operationsgebiet häufig auf und bessern sich meist von selbst; selten können sie dauerhaft sein und einen weiteren Eingriff erfordern
- Blähungsbeschwerden: Da das Aufstoßen erschwert ist, können sich Gas im Bauch ansammeln und ein Völlegefühl auftreten; dies nimmt in der Regel mit der Zeit ab
- Wiederauftreten der Refluxbeschwerden, weil sich die Manschette mit der Zeit lockert oder verschiebt
- Verletzung der Speiseröhre, des Magens oder benachbarter Organe (selten)
Diese Risiken können je nach allgemeinem Gesundheitszustand unterschiedlich sein. Zögern Sie nicht, Ihre Ärztin oder Ihren Arzt im Gespräch vor der Operation nach den Risiken in Ihrer persönlichen Situation zu fragen.
Heilung und Nachsorge
Der Krankenhausaufenthalt dauert in der Regel 1-2 Tage. Nach laparoskopisch durchgeführten Operationen sind die Schmerzen meist gering, und die Patientinnen und Patienten stehen nach kurzer Zeit wieder auf.
Die Ernährung wird schrittweise aufgebaut: In den ersten Tagen werden flüssige Speisen und danach über einige Wochen weiche und pürierte Speisen empfohlen. Kleine Bissen, langsames Essen und der Verzicht auf kohlensäurehaltige Getränke verringern in dieser Zeit Schluckbeschwerden und Blähungen. Der Übergang zur normalen Ernährung ist in der Regel innerhalb von 4-6 Wochen abgeschlossen.
Wer am Schreibtisch arbeitet, kann meist innerhalb von 1-2 Wochen an den Arbeitsplatz zurückkehren; bei schwerer körperlicher Arbeit kann diese Zeit länger sein. In den ersten Wochen wird empfohlen, schweres Heben zu vermeiden. Bei Anzeichen wie Fieber, zunehmenden Bauchschmerzen, Unfähigkeit zu schlucken oder anhaltendem Erbrechen sollten Sie sich unverzüglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden. Die regelmäßige Wahrnehmung der Kontrolltermine ist für die Überwachung der Heilung wichtig.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich nach der Operation meine Refluxmedikamente absetzen?
Bei einem erheblichen Teil der Patientinnen und Patienten verringert sich nach der Operation der Medikamentenbedarf oder entfällt ganz. Diese Entscheidung ist jedoch von Person zu Person verschieden; es wird empfohlen, Ihre Medikamente nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt abzusetzen.
Werde ich nach der Operation Schluckbeschwerden haben?
Leichte Schluckbeschwerden in den ersten Wochen sind häufig und zu erwarten; sie sind auf die Schwellung im Operationsgebiet zurückzuführen und vergehen meist von selbst. In dieser Zeit ist weiche Kost hilfreich. Halten die Schluckbeschwerden lange an, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine weitere Abklärung vornehmen.
Ändert sich etwas beim Aufstoßen und Erbrechen?
Durch die Manschette können Aufstoßen und Erbrechen nach der Operation erschwert sein. Infolgedessen können Gas im Bauch und ein Völlegefühl auftreten. Der Verzicht auf kohlensäurehaltige Getränke und langsames Essen verringern diese Beschwerden; sie lassen in der Regel mit der Zeit nach.
Können meine Refluxbeschwerden wiederkommen?
Bei den meisten Patientinnen und Patienten bringt die Operation die Refluxsymptome langfristig unter Kontrolle. Dennoch können die Beschwerden bei einem Teil der Patientinnen und Patienten im Laufe der Jahre, etwa durch eine Lockerung der Manschette, wiederkehren. In einem solchen Fall ist es angebracht, sich zur erneuten Beurteilung an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu wenden.
Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt weder eine persönliche Untersuchung noch die ärztliche Beurteilung.